Wildshut-Campus Symposium
Ethik und Wertschöpfung in der Landwirtschaft
Warum essen wir, was wir essen? Gibt es ethischen Fleischkonsum? Welche Rolle spielen Nutztiere in der Landwirtschaft und in unserer Ernährung? Wir sprechen über den Wert guter Lebensmittel und darüber, wie Wertschöpfung für regional und verantwortungsvoll erzeugte Produkte aus der Landwirtschaft gelingen kann. Ein Nachmittag am Stiegl-Gut Wildshut, an dem wir Impulse zu Ethik und Wertschöpfung bekommen und gemeinsam diskutieren.
Prof. Dr. Wilhelm Windisch spricht über Kreislaufwirtschaft und Wertschöpfung endlicher Ressourcen in der Tierwirtschaft, Norbert Hackl zeigt, wie Wertschöpfung in der Praxis funktioniert am Bio-Landgut Esterhazy, der Philosoph Dr. Christian Dürnberger diskutiert das Thema Ethik in der Landwirtschaft
Die Veranstaltung richtet sich an Landwirt:innen sowie an Alle, die an Landwirtschaft, Ernährung und Nachhaltigkeit interessiert sind.
Datum: 13. November 2026, 14:00 – 18:30 Uhr
Ort: Stiegl-Gut Wildshut
Kosten: € 50,- (Kaffee & Kuchen inkl.; Bezahlung bar vor Ort)
Anmeldung hier möglich
Weitere Infos und Rückfragen: biergut@wildshut.at | +43 6277 64141
Inhalte
Brauchen wir noch Nutztiere? Wertschöpfung endlicher Ressourcen
Prof. Dr. Wilhelm Windisch
Ehemaliger Lehrstuhleiter Tierernährung, Technischen Universität München
Vormals Professor für Tierernährung, Universität für Bodenkultur Wien (BOKU)
Unsere Nutztiere können die Umwelt und das Klima durchaus belasten. Sollen wir deshalb die Nutztiere abschaffen oder gibt es vielleicht doch gute Gründe für ihre Beibehaltung? Und wie müsste ein zukunftsfähiges Ernährungssystem mit Nutztieren dann aussehen? Auf diese Fragen gibt es keine einseitigen Antworten, denn zu viele Nutztiere sind schlecht für Umwelt und Klima, zu wenige aber auch.
Wilhelm Windisch ist Agrarwissenschaftler an der Technischen Universität München (TUM). Nach Promotion und Habilitation an der TUM wurde er 2002 Professor für Tierernährung an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), kehrte 2010 kehrte als Ordinarius für Tierernährung an die TUM zurück und blieb dort bis zum Übertritt in den Ruhestand im Herbst 2024.
Bio-Landgut Esterhazy – Wertschöpfung in der Praxis
Norbert Hackl
Leitung Markenbotschaft & Lebensmittelvertrieb PANNATURA
Wie sieht Nutztierhaltung aus, wenn Ethik den gesamten Weg vom Weidegang über die Schlachtung bis hin zu den Konsumentinnen und Konsumenten mitbestimmt? Am Bio-Landgut Esterhazy im Burgenland grasen Rinder im Naturschutzgebiet rund um den Neusiedler See, und an einer Weideschlachtung per Kugelschuss wird bereits gearbeitet – die behördliche Zulassung soll bis 2027 abgeschlossen sein. Verarbeitet und vermarktet werden die Produkte über eine eigene Fleischmanufaktur, die Markthalle und die eigene Gastronomie.
Über 20 Jahre lang baute Norbert Hackl mit dem Labonca Biohof, den „Sonnenschweinen“ in Freilandhaltung und einem eigenen Weideschlachthaus einen Vorzeigebetrieb auf. Heute geht er am Bio-Landgut Esterhazy genau diesen Weg weiter und bringt dort in der Verarbeitung und Vermarktung die Wertschöpfung regionaler Bio-Lebensmittel voran.
Zwischen Idyll und Skandal:
Nutztierhaltung im Spannungsfeld der gegenwärtigen und zukünftigen Gesellschaft
Dr. Christian Dürnberger
Doktor der Philosophie und Universitätsassistent, Veterinärmedizinischen Universität Wien
Von der Landwirtschaft wird weit mehr erwartet als „bloß“ satt zu machen – es geht um Genuss, aber auch um Werte wie Klimaschutz und Tierwohl. Wenn Essen also auch eine Frage der Moral ist – welche Verantwortung haben Bauern und Bäuerinnen? Und wie können wir als Gesellschaft dazu beitragen, dass Landwirtschaft den neuen Erwartungen gerecht wird?
Christian Dürnberger ist Doktor der Philosophie und arbeitet als Universitätsassistent am Messerli Forschungsinstitut an der Veterinärmedizinischen Universität Wien mit den Schwerpunkten „Ethik in der Veterinärmedizin“ und „Ethik in der Landwirtschaft“. Er ist Autor mehrerer Sachbücher wie von zwei Romanen. Mehr Informationen findet man unter www.christianduernberger.at.









